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Höri- Bülle

Schon vor 1000 Jahren wurden  Reichenauer Mönche auf eine Kulturpflanze aufmerksam , welche die römischen Legionäre aus Ägypten in Italien eingeführt hatten. Der Reichenauer Abt Walahfried Strabo erkannte den Nutzen der Zwiebel für die Küche wie sie in Kalabrien bereits verwendet wurde. In seinem Einzugsbereich des Klosters veranlasste er die Bauern rund um den Untersee die Chipolla, wie die Italiener sie nannten, anzupflanzen. Den größten Erfolg damit hatten die Höribauern. Die Halbinsel Höri bot anscheinend die besten Voraussetzungen für den Anbau dieser Frucht. Bodenbeschaffenheit und Mikroklima schienen der Pflanze zu liegen und den nicht gerade vom Wohlstand verwöhnten  Höribauern  eröffnete sich eine zusätzliche Einnahmequelle. Der garantierte Absatz der Zwiebel an das Kloster war gesichert und bescherte neue Einkünfte. Die Wichtigkeit des Klosters zur damaligen Epoche und das Aufstreben der Stadt Konstanz bis hin zum Konzil sorgten schließlich für eine schnelle  Wahrnehmung der außergewöhnlichen Qualität dieser Zwiebel. 
Schon bald boten die Höribauern die Zwiebel auf extra Märkten in den umliegenden Städten von Konstanz über Frauenfeld bis nach Schaffhausen Tuttlingen Rottweil an. Die Höribülle war zur Marke geworden .In den unterschiedlichsten historischen Berichten und Dokumenten der Region stößt man immer wieder auf die Erwähnung der Höribülle. In Marktberichten der Städte, Ladezettel der Schifffahrt, Handelsberichte von Kaufleute und selbst in der Begründung des Eisenbahnbaus wird sie oft als Wirtschaftsgut erwähnt.  Noch bis ins Frühe 20igste Jahrhundert  wird berichtet wie die Höribauern mit Ihren „Schesen“ über die Karrenstege der Bahnhöfe die Bülle  transportierten . 
 

 

 

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Doch durch das Aufkommen der großen Lebensmittelketten und der modernen Markwirtschaft verloren sich die Qualitäten der Hörzwiebel  in der Vielfalt des Angebots und gerieten in Vergessenheit. 
Ende der siebziger Jahre wurde dann von der Gemeinde Moos zur Imageaufbesserung das Büllefest gegründet . Vier sich abwechselnde Gemeindenteile, Moos, Weiler, Bankholzen und Inzang veranstalten alljährlich am ersten Sonntag im Oktober ein  Fest zu Ehren der Bülle. Dort werden die Bülle in Säckchen oder kunstvoll als Büllezopf oder Kranz dargeboten. Vereine sorgen für die Bewirtung in der unter anderem die Bülle als -kuchen, -suppe und andere kulinarischen Köstlichkeiten angeboten wird. Rund um eine tolle Sache und ein echter Besuchermagnet. 
Diese Originalität droht jedoch verloren zu gehen da immer weniger Bauern die Hörbülle weiter kultivieren. Die Zahnräder der modernen Agrarwirtschaft scheinen für die Höribülle nicht kompatibel zu schein. Die Samengewinnung und die Aufzucht ist zu arbeitsintensiv und macht  das Produkt zu teuer.  Stattdessen besorgen sich die Bauern Samen von ähnlichen Zwiebeln, die ähnliche Eigenschaften besitzen wie die Höribülle. Allerdings sind das Zwiebeln wie es sie in jedem Supermark zu kaufen gibt – nur sind sie dort meistens noch billiger.
Um sie dann doch noch aufzuwerten und da sie ja auf der Höri gewachsen sind, werden sie dann als Höribülle ausgewiesen und angeboten. In der Originalität hat diese Zwiebel mit der Bülle aber nur die Anbauregion gemeinsam nicht aber die Charakteristik und den Geschmack.  
Dadurch werden die wahren Eigenschaften der Höribülle verwässert und der Konsument verunsichert. Ein Alleinstellungsmerkmal der Region geht verloren. 
Eine Erzeugergemeinschaft sollte sich über einen Ehrenkodex darüber verpflichten, dass wo Höribülle draufsteht auch die Höribülle drin sind. Gleiches gilt für Verarbeiter wie Gastronomie, Bäcker und Metzger oder anderen Lebensmittelbranchen. 

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Bild von Büllezopf
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Bild von Bülle mit Öl
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Wo liegt der Unterschied zu anderen Zwiebeln?
Leichtrosa gehört sie zu den Schalottegewächsen,  größer und in der  Form flacher, eignet sie sich hervorragend zum Zöpfen . Im Gegensatz zu anderen roten Zwiebeln färbt sie nicht ab und das Fleisch der einzelnen Lamellen ist weiß. 
Dies macht sie zur wichtigen  Zutat bei kalten und warmen Speisen.
Der Zarte milde aber trotzdem würzige Geschmack macht sie zum Rohessen ideal. Für Regionale Gerichte wie der Wurst- Ochsenmaul-, Rindfleisch- oder Fischsalat ist sie unentbehrlich. Am Aschenmittwoch mit gekochten Schnecken braucht sie nicht mehr als Essig und Öl und ein gutes Brot. 
Selbst warm als Gemüse kann sie durch  Farbe und Geschmack glänzen. 
Ihre Hauptrolle findet sie allerdings immer als Hilfs- oder Gewürzmittel. Suppen und Soßen verleiht sie einen runden vollen Abgang  in der Aromenvielfalt braucht sie sich nicht verstecken. Sie lässt sich sowohl in die einfache Volks- als auch in die klassische Gourmetküche mit nachhaltigem Erfolg einsetzen. 
Die Idee:
Neben der großen Artenvielfalt der im Untersee vorkommenden Bodenseefischen bildet der Gemüse- Obst- und Weinanbau eine prägnante Kompetenz im Genießerland Baden Württenberg. Hier die typischen Gewächse hervor zu heben formt  Profil und das Alleinstellungsmerkmal..
Die Bülle kann dabei eine wichtig Säule bilden, allerdings darf sie nicht austauschbar werden .
Deshalb sollte sie in  Art und Beschaffenheit geschützt werden. Erste Schritte dazu sind schon getan. Das Slow Food Convivium Bodensee hat sie 2008 in die Arche des Geschmacks übernommen. 
 

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Ein großer Vorteil bildet die universelle Einsetzmöglichkeit. Sowohl zum Vesper in der Besenwirtschaft über den einfachen Landgasthof bis hin zum Gourmettempel kann die Zwiebel in Szene gesetzt werden.
Ob als Blüte oder Frucht auf den Feldern, oder auf den Ständen der Bauern an der Strasse, ein emotionaler Impuls wird auf Fremde überspringen- ähnlich wie die Rosmarin in der Provence, das Meersalz in der Bretagne , die Mandel in der Agave, usw. usw.,   das Gedächtnis des Touristen  wird ein weiteres kulinarisches Detail abspeichern und irgendwann wieder abrufen und an den Untersee erinnern . 
Gesetzgeber und Lebensmittelindustrie investieren viel Geld um die Herkunft der Lebensmittel transparent zu machen und so den Wissensdurst des Konsumenten zu stillen. Am Untersee kann man die kulinarischen Genüsse wie Bodenseefische, Obst, Gemüse und Wein in einer seltenen Vielfalt und Originalität  live erleben, man muss sie dazu aber pflegen und anbieten.
Sie müssen authentisch sein und bleiben sonst wird die Region zum  Erlebnispark oder Museum deklariert. Genießen im „Hier und Jetzt“ im Einklang mit der Natur, dem Bewusstsein einer langen Geschichte, dem Esprit der Gegenwart und der Verwendbarkeit in der Zukunft und Anderorts – die Bülle kann`s!
So sollten auch am Büllenfest nur wirkliche Höribülle als solches bezeichnet werden und das kulinarische Angebot sich auch auf die Höribülle beziehen. 
Vielleicht sollt es auch ausgedehnt auf alle Hörigemeinden werden um so eine größere und bessere Motivation zu erlangen und die Qualität zu sichern und zu verbessern. 

    

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